Ergebnisqualität

„Qualität ist die Gesamtheit von Merkmalen einer Einheit bezüglich ihrer Eignung, festgelegte und vorausgesetzte Erfordernisse zu erfüllen.“ (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Qualität)

Die Pflegequalität ist abhängig von den verschiedensten Einflussfaktoren. Einflussfaktoren sind etwa strukturelle, personelle, bauliche und technische Gegebenheiten einer Einrichtung.

Die Qualität muss so gefasst sein, dass sie an objektiven Kriterien gemessen werden kann. Das bedeutet für den Bereich der Pflege die Entwicklung von Standards.

Adelheid Stösser 1994: „Pflegestandards sind allgemeingültige und akzeptierte Normen, die den Aufgabenbereich und die Qualität der Pflege definieren. Pflegestandards legen themen- oder tätigkeitsbezogen fest, was die Pflegeperson in einer konkreten Situation generell leisten wollen/sollen und wie diese Leistung auszusehen hat.“

Im Rahmen eines Qualitätsmanagements werden Standards oder Verfahrensanweisungen für alle Funktionsbereiche (Verwaltung, Hauswirtschaft, Haustechnik, Pflege usw.) entwickelt.

Der Arzt Donabedian hat die Qualität in drei sich beeinflussende Dimensionen eingeteilt:

Strukturqualität:

Die Strukturqualität ist gekennzeichnet durch bauliche, technische und personelle Rahmenbedingungen. Darunter fällt u. a. der Typ des Trägers (privat oder kirchlich), der Personalschlüssel, das Pflegeleitbild, die Hierarchie- und Kommunikationsstufen und die Maßnahmen zur Fort- und Weiterbildung der Mitarbeiter.

Prozessqualität:

Die Prozessqualität ist gekennzeichnet durch die Maßnahmen, die sich auf den Pflege- und Versorgungsablauf beziehen. Um die Prozessqualität z. B. in der Pflege zu erfassen, schaut man sich an, ob die Pflege systematisch und personenbezogen erbracht worden ist. Hilfsmittel dazu ist die Pflegedokumentation und insbesondere der Pflegeprozess. Aber auch alle anderen Prozesse in einer Einrichtung, Verwaltung, Hauswirtschaft, Haustechnik usw., müssen erfasst und letztendlich gemessen werden. Dies geschieht häufig mit Checklisten und Protokollen.

Ergebnisqualität:

Die Ergebnisqualität soll etwas über die Zielerreichung der zuvor festgelegten Ziele aussagen. Eine solche Aussage kann nur getroffen werden durch einen Vergleich der angestrebten Ziele mit dem tatsächlichen Zustand.

Am Beispiel des Pflegeprozesses in der Pflege richtet sich das Augenmerk u. a. auf die Überprüfung:

  • der zuvor festgelegten Pflegeziele der aktivierenden Pflege, stimmt sie überein mit den Selbstpflegefähigkeiten des Bewohners,
  • der Bewohnerzufriedenheit,
  • ob der Bewohner seine kommunikativen Fähigkeiten erhalten oder sogar verbessern konnte,
  • ob adäquate Hilfeleistungen zur Krisenintervention oder -bewältigung geleistet worden sind usw.

Die Beurteilung der Ergebnisqualität darf sich nicht nur auf den Bereich der Pflege beschränken, sondern muss auf alle Leistungserbringer einer Einrichtung ausgeweitet werden. Also habe ich die Ziele in der Verwaltung erreicht, z. B. eine zeitnahe Rechnungsstellung oder korrekte Abrechnung der erbrachten Leistungen. Dasselbe gilt für die Hauswirtschaft und andere Bereiche. Alle drei Ebenen der Qualität beeinflussen sich gegenseitig. Die Pflegekräfte können noch so motiviert sein einem Schwerstpflegebedürftigen eine gute Körperpflege zukommen zu lassen, wenn ein behindertengerechtes Pflegebad fehlt, in dem man der Person ein Vollbad ermöglichen kann.